Mit wenigen ausgewählten Landschaften, vor allem aus dem Berner Oberland, versuchen wir Hodlers malerische Entwicklung zu zeigen. Das Oberland ist ihm seit seiner Kindheit vertraut. Täglich wandert er schon als 16-Jähriger von Steffisburg nach Thun, wo er beim Vedutenmaler Sommer eine Lehre absolviert. „Ich war wie berauscht von der Schönheit dieser Landschaft.“ Später kehrt er fast jedes Jahr wieder zum Malen ins Oberland zurück. Eigenartig ist seine schrittweise Annäherung ans Gebirge. Auf Distanz malt er es zuerst. Und immer wieder, als ob er die Basis für das Gestalten der Gebirgsriesen vorbereiten müsste, malt er vorerst den Thunersee mit Harder, Niesen oder Stockhorn. Erst 1908, als Künstler anerkannt und mit gestärktem Selbstbewusstsein, wagt er sich an die Darstellung der „Eisriesen“, meist von der Schynigen Platte oder von Mürren aus. Wie seine Selbstbildnisse sind auch seine Bergporträts oft Bilder der eigenen Befindlichkeit. Hodler ist immer auf der Suche nach den der Natur zu Grunde liegenden Gesetzen. Ein zentraler Begriff seiner Theorie ist der Parallelismus: Die Natur wiederholt sich immer wieder, weil von der Wiederholung eine stärkere Wirkung ausgeht. Das will er als Künstler verdeutlichen.