Mit 18 Jahren reist Giovanni Giacometti nach München, um sich zum Künstler ausbilden zu lassen. Er begegnet dort dem gleichaltrigen Cuno Amiet, mit dem ihn von nun an eine lebenslange Freundschaft verbindet. Nach der Ausbildung kehrt Giacometti nach Stampa zurück. Die Freundschaft mit Giovanni Segantini befreit ihn in den folgenden Jahren aus einer tiefen künstlerischen Krise. Aber schon bald löst er sich wieder von dessen Einfluss und Technik.

Thematisch tritt Giacometti in den kommenden Jahrzehnten kaum aus seinem engen Lebenskreis heraus. Er malt seine Familie, seine Wohnorte Stampa und Maloja und die Bergeller Berge. Künstlerisch aber bewegt er sich trotz seines peripheren Wohnsitzes am Puls der Zeit. Mit seiner für die damaligen Betrachter ungewohnten Farbigkeit wird er zusammen mit Cuno Amiet für die Schweiz zum „Erzieher zu van Gogh“, wie sich ein Kunstkritiker 1908 ausdrückte. Der Kampf um das Licht sei die Triebfeder seiner Arbeit, schreibt Giacometti in einem Brief. Wie er das Leuchten aus der reinen Farbe heraus bildnerisch umsetzt, war für ihn als Maler und ist für uns als Betrachter Bild für Bild ein Abenteuer.