Marly geniesst bereits in ihrer Kindheit und Jugend eine breite künstlerische Ausbildung. Ihr Talent wird erkannt und die Tore zu Begegnungen mit wichtigen Persönlichkeiten des modernen Kunstbetriebs werden ihr geöffnet. Mit 23 Jahren zieht sie nach Paris und tritt in die Académie de la Grande Chaumière ein, die damals von der Schweizerin Martha Stettler geleitet wird. Marly Schüpbachs Werk, das in den folgenden Jahrzehnten in ihrem bescheidenen Wohnatelier entsteht, zeigt eine konsequente Entwicklung von gegenständlichen Themen zur Abstraktion.

Während des Zweiten Weltkriegs lebt die Künstlerin wieder in der Schweiz, wo sie Bekanntschaft mit Louis Moilliet schliesst. Nach Jahren des Hin und Her lässt sie sich 1957 definitiv wieder in Paris nieder. Es entstehen jetzt leuchtende, rhythmisch aufgebaute Farbkompositionen, die auch an Marly Schüpbachs musikalische Begabung erinnern. Auf eine ganz neue Art entdeckt sie in den letzten Schaffensjahren die Collage-Technik. Mit Naturfasern, Zeichnungsfragmenten, zerrissenen Notizblättern und ähnlichen Materialien schafft sie teppichartige Bildwelten, die immer stiller werden und Abschied nehmen von der früheren kräftigen Farbigkeit.