Pia Fries begann an der Kunstgewerbeschule Luzern eine Bildhauer-Ausbildung. Ist das wohl der Grund, dass sie bis heute mit den Farben auch modelliert?

Bei vielen Künstlern, etwa bei Hodler oder Moilliet, erleben wir, wie die Farbe immer sparsamer eingesetzt wird, um dadurch Licht oder Vergeistigung auszudrücken. Pia Fries wählt nicht diesen Weg. Sie will Farbe auch als Material zeigen, dreidimensional. Seit vielen Jahren braucht sie Fragmente von Aquarellen oder Kupferstichen alter Meister, die sie neu komponiert. Sie bringt die Teile als Siebdrucke auf ihre weiss grundierten Holztafeln. Auf die Formen reagierend, trägt sie mit unterschiedlichen Methoden und Werkzeugen auf diese vorbereitete Unterlage Farben auf. So vernetzt sie Druck- und Farbpartien und versucht, verwirrende Räumlichkeit zu gewinnen. Daran sind auch die weissen Leerstellen beteiligt, die im Werk immer wichtiger werden. Das Einbeziehen alter Kunstwerke und das Übereinanderschichten verschiedener Bildebenen kann man auch als Ehrbezeugung gegenüber früheren Generationen von Kunstschaffenden deuten, auf deren Arbeit die Künstlerin aufbaut.

Pia Fries war in Düsseldorf Meisterschülerin von Gerhard Richter, dessen Werk auch ihre Arbeit prägt.

mehr Informationen unter: www.piafries.com